Island gehört zu den beeindruckendsten Reisezielen in Europa und lässt sich besonders intensiv mit dem Wohnmobil erkunden. Wenn Sie ein Wohnmobil mieten Island auf eigene Faust bereisen und sich treiben lassen, erleben Sie die raue Natur in einem individuellen Tempo.
Diese Art des Reisens bietet Ihnen eine Freiheit, welche keine organisierte Busreise oder feste Hotelbuchung ermöglichen kann. Bevor Sie allerdings zum ersten Trip losfahren, sollten Sie ein paar Informationen über Island einholen. Nicht nur die Natur ist hier anders als Sie es aus der Heimat kennen, auch das Wetter wird zu einem Ihrer wichtigsten Begleiter.
Es kann sich stündlich ändern und wenn Sie keine gute Wetter-App haben, kann so mancher Tag anders enden, als Sie ihn geplant hatten. Wir verraten Ihnen, warum sich Island für eine Reise mit dem Wohnmobil lohnt und warum diese Urlaubsform so faszinierend ist!
Warum sich Island für eine Wohnmobil-Reise eignet
Die Infrastruktur der Insel ist hervorragend für Reisende mit dem eigenen Heim geeignet. Da die öffentlichen Verkehrsmittel außerhalb der Region Reykjavík sehr eingeschränkt verkehren, ist ein Mietfahrzeug ohnehin fast alternativlos.
Die berühmte Ringstraße, auch Hringvegur genannt, führt Sie auf einer Länge von 1.322 Kilometern einmal komplett um das Land. Diese gut ausgebaute Straße verbindet die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und bietet Ihnen ständig wechselnde Panoramen. Wenn Sie ein Wohnmobil gemietet haben, können Sie problemlos alles kennen lernen, was die Region ausmacht. Mit dem Bus oder auch nur mit einem normalen Wagen wäre das unmöglich. Infrastrukturell überzeugt Island für Camper eindeutig. Über 170 offizielle Campingplätze sind über das gesamte Land verteilt und sichern Ihnen jederzeit einen legalen Stellplatz zu.
Im Sommer profitieren Sie von der Mitternachtssonne zwischen Juni und August. Diese Phase erlaubt Ihnen extrem lange Reisetage, da es fast nie vollständig dunkel wird. Im Herbst und Winter haben Sie dagegen die Chance, die faszinierenden Nordlichter direkt von Ihrem Stellplatz aus zu beobachten. Die Natur ist der eigentliche Star Ihrer Reise, da Sie jederzeit an Gletschern, Vulkanen oder gewaltigen Wasserfällen halten können.
Wohnmobil mieten in Island: Fahrzeugtypen und Buchungstipps
Die Wahl des richtigen Fahrzeugs hängt stark von Ihren persönlichen Plänen und dem gewünschten Komfort ab. Ein kompakter Campervan ist oft die günstigste Variante für Paare. Diese Vans kosten in der Hauptsaison meist zwischen 150 und 250 Euro pro Tag. Sie verfügen in der Regel über keine Nasszelle, sind aber ideal für Fahrten auf der asphaltierten Ringstraße geeignet. Oft besitzen diese Fahrzeuge ein praktisches Aufstelldach für zusätzliche Schlafplätze.
Für Familien oder Reisende mit höherem Komfortanspruch empfiehlt sich ein klassisches Wohnmobil mit integrierter Küche und Badezimmer. Diese Modelle kosten zwischen 250 und 400 Euro pro Tag und bieten eine autonome Heizung. Unterschätzen Sie das Wetter niemals, da die Nachttemperaturen selbst im Sommer auf 3 Grad fallen können. Eine Heizung ist in Island daher kein Luxus, sondern eine absolute Notwendigkeit für Ihr Wohlbefinden.
Möchten Sie hingegen das unwegsame Hochland und die sogenannten F-Roads erkunden, benötigen Sie zwingend einen 4×4-Camper. Nur mit einem Allradantrieb dürfen Sie diese Schotterpisten gesetzlich befahren. Solche geländegängigen Fahrzeuge kosten etwa 280 bis 350 Euro pro Tag. Wer Preise und Verfügbarkeiten verschiedener Anbieter vergleichen möchte, findet auf spezialisierten Vergleichsportalen zum Wohnmobil mieten in Island eine übersichtliche Zusammenstellung aller Optionen. Dort prüfen Sie bequem die verfügbaren Fahrzeuge, Versicherungen und tagesaktuellen Preise für Ihren Reisezeitraum.
Wichtig: Beachten Sie bei der Buchung das Mindestalter, welches oft bei 23 oder sogar 25 Jahren liegt. Reservieren Sie Ihr Wunschmodell am besten 4 bis 6 Monate im Voraus. In der Hauptsaison zwischen Juni und August sind beliebte Camper oft restlos ausgebucht.
Achten Sie zudem auf den Versicherungsschutz. Neben der Vollkasko (CDW) sollten Sie unbedingt einen Sand- und Ascheschutz abschließen. Dieser schützt Sie vor teuren Lackschäden durch aufgewirbelten Vulkansand auf den Schotterstraßen.
Die schönsten Routen für eine Wohnmobil-Rundreise
Die klassische Route für jede erste Island Rundreise mit dem Wohnmobil ist die bereits erwähnte Ringstraße. Planen Sie für diese Umrundung mindestens 10 bis 14 Tage ein. So haben Sie genügend Zeit für Wanderungen und Fotostopps. Ihr Startpunkt ist meist der Flughafen Keflavík oder die Hauptstadt Reykjavík. Von dort aus erreichen Sie schnell den berühmten Golden Circle.
Dieser besteht aus dem Nationalpark Þingvellir, dem Geothermalgebiet mit dem Geysir Strokkur und dem goldenen Wasserfall Gullfoss. Entlang der Südküste folgen weitere Höhepunkte wie der Seljalandsfoss und der Skógafoss. Verpassen Sie nicht den schwarzen Strand von Vík í Mýrdal mit seinen markanten Basaltsäulen bei Reynisfjara. Ein absolutes Highlight ist die Gletscherlagune Jökulsárlón am Südrand des Vatnajökull. Der Vatnajökull ist mit etwa 7.900 Quadratkilometern der größte Gletscher in ganz Europa.
Im Norden der Insel erwartet Sie die Stadt Akureyri sowie das malerische Húsavík. Húsavík gilt als das Zentrum für Whale Watching in Island. Besuchen Sie auch den Myvatn-See, welcher für seine Pseudokrater und die heilenden heißen Quellen bekannt ist. Falls Sie weniger Zeit haben, bietet die Halbinsel Snæfellsnes eine tolle Alternative. Sie wird oft als „Island in Miniatur“ bezeichnet, da Sie dort fast alle Landschaftsformen der Insel auf kleinem Raum finden. Über allem thront dort der mächtige Gletscher-Vulkan Snæfellsjökull.
Erfahrene Fahrer mit einem 4×4-Fahrzeug können sich in die Highlands wagen. Orte wie Landmannalaugar mit seinen farbigen Rhyolith-Bergen oder das Gletschertal Þórsmörk sind atemberaubend. Auch der Vulkankrater Askja sowie die Hochlandpisten Kjölur (F35) und Sprengisandur (F26) bieten einsame Wildnis. Beachten Sie jedoch, dass die F-Roads meist erst Ende Juni öffnen und oft schon im September wieder schließen.
Camping in Island: Regeln und Kosten
Die Regeln für das Camping haben sich in den letzten Jahren deutlich verschärft. Seit dem Jahr 2015 ist Wildcampen mit motorisierten Fahrzeugen in ganz Island gesetzlich verboten. Sie müssen zwingend auf einem der offiziellen Campingplätze übernachten. Diese Plätze bieten Ihnen die notwendige Infrastruktur wie Strom, Wasser und Entsorgungsstationen. Die Kosten pro Person und Nacht liegen meist zwischen 1500 und 2500 Isländischen Kronen, was etwa 15 bis 20 Euro entspricht.
Wenn Sie eine längere Reise planen, lohnt sich eventuell die Camping Card Iceland. Für eine Pauschale von ca. 159 Euro können Sie damit auf rund 30 teilnehmenden Plätzen übernachten. Dies rechnet sich meist schon ab einer Reisedauer von mehr als acht Tagen. Denken Sie auch an Ihre Verpflegung, da Lebensmittel in Island sehr teuer sind. Die günstigsten Supermärkte sind Bónus und Krónan. Füllen Sie Ihre Vorräte am besten in Reykjavík oder Akureyri auf, bevor Sie in abgelegene Regionen aufbrechen.
Besondere Vorsicht ist bei der Treibstoffplanung im Hochland geboten. In den Highlands gibt es kaum Tankstellen, weshalb Sie jede Gelegenheit zum Volltanken nutzen sollten. Die Währung im Land ist die Isländische Krone (ISK). Sie benötigen jedoch kaum Bargeld, da die Kartenzahlung selbst an kleinsten Tankstellen oder auf Campingplätzen flächendeckend möglich ist.
Wetter und Sicherheit: Worauf Sie achten sollten
Das isländische Wetter ist für seine extremen und schnellen Wechsel bekannt. Sie können an einem einzigen Tag Sonne, heftigen Regen, Sturm und sogar Schnee erleben. Stellen Sie sich im Sommer auf Tagestemperaturen zwischen 10 und 15 Grad ein. Der Wind ist oft der gefährlichste Faktor für Wohnmobile. Regelmäßig erreichen die Böen Geschwindigkeiten von über 130 Kilometern pro Stunde. Öffnen Sie die Fahrzeugtüren auf der Windseite daher immer mit beiden Händen und sehr vorsichtig.
Je nach Jahreszeit braucht es andere Vorbereitungen auf Ihre Reise. Wenn Sie beispielsweise Island im November erleben möchten, liegt in Reykjavik bereits Schnee. Das verändert natürlich die Vorkehrungen, ändert aber nichts an der Besonderheit des Landes.
Nutzen Sie zur Sicherheit die offiziellen Informationsportale der isländischen Behörden. Auf vedur.is finden Sie den aktuellen Wetterbericht des meteorologischen Dienstes. Die Seite road.is informiert Sie in Echtzeit über den Zustand aller Straßen und eventuelle Sperrungen. Für allgemeine Sicherheitswarnungen ist safetravel.is die wichtigste Anlaufstelle. Dort können Sie auch Ihren Reiseplan hinterlegen, falls Sie Wanderungen in einsame Gebiete planen.
Besondere Vorsicht ist beim Thema Furten geboten. Das Durchqueren von Flüssen erfordert viel Erfahrung und ist nur mit einem geeigneten 4×4-Fahrzeug gestattet. Wenn Sie keine Erfahrung mit Flussdurchquerungen haben, sollten Sie diese Strecken im Zweifel meiden.
Ein Wasserschaden am Motor ist in der Regel nicht durch die Standardversicherungen abgedeckt und wird sehr teuer. Wenn Sie noch nie mit einem großen Wohnmobil gereist sind, ist Island aufgrund des Klimas kein einfaches Anfängerrevier. Ein gewisses Maß an Erfahrung im Umgang mit der Fahrzeugtechnik und dem Manövrieren bei Wind ist sehr vorteilhaft.
Island mit dem Wohnmobil gehört zu den intensivsten Reiseerfahrungen, welche Europa Ihnen bieten kann. Wenn Sie Ihr Fahrzeug rechtzeitig buchen und die Wetterverhältnisse respektieren, steht einer unvergesslichen Zeit nichts im Weg. Sie erleben eine Rundreise durch Landschaften, welche so nirgendwo sonst auf der Welt existieren. Bereiten Sie sich gut vor und genießen Sie die einmalige Kombination aus Vulkanismus, Eis und absoluter Freiheit.