Wer an Sri Lanka denkt, hat sofort Bilder von weißen Stränden, Teeplantagen und alten Tempeln vor Augen. Dabei wird oft vergessen, dass die Insel auch für Wanderer ein echtes Eldorado ist. Das zentrale Hochland bietet Panoramawege, Wasserfälle, Teehänge und Aussichtspunkte, die kaum zu toppen sind. Dieser Leitfaden stellt sieben der besten Wanderungen vor, zusammengestellt von Reisebloggern, die sie selbst gegangen sind.
Sigiriya Lion Rock, Sigiriya
Der Aufstieg auf den Löwenfelsen von Sigiriya ist ein Pflichtprogramm im Kulturdreieck Sri Lankas. Die UNESCO-Welterbestätte war einst eine königliche Festung aus dem 5. Jahrhundert und ist heute über 1.200 Stufen erreichbar. Der Weg beginnt flach durch angelegte Gärten, bevor man auf halber Höhe die mächtigen Löwenklauen aus Mauerwerk erreicht, die den Eingang zur Festung markieren. Ab hier geht es steil aufwärts. Eine moderate Kondition ist nötig; Ruhepausen sind jederzeit möglich. Ein Guide ist nicht zwingend nötig, aber wer mehr über die Geschichte erfahren möchte, ist mit einer Führung besser beraten. Eintritt: 36 USD. Schwierigkeit: mittel. Dauer: 1 bis 2 Stunden hin und zurück.
Little Adam’s Peak, Ella
Der Little Adam’s Peak bei Ella ist eine kurze, aber lohnende Wanderung, die für nahezu alle Fitnessstufen geeignet ist. Auf 1.141 Metern Höhe führt ein gut angelegter Pfad mit sanften Steigungen und Treppen zum Gipfel. Die Strecke beträgt nur 1,5 Kilometer (einfache Richtung) und ist in 30 bis 60 Minuten zu bewältigen. Der Startpunkt ist auf Google Maps als „Little Adam’s Peak Trailhead“ eingetragen, unweit des Ella Swings. Besonders beliebt ist die Tour als Sonnenaufgangswanderung: Der Blick auf die aufgehende Sonne hinter den geschwungenen Hügeln und saisonalen Wasserfällen ist den frühen Aufbruch um 4 Uhr absolut wert. Eintritt: kostenlos. Schwierigkeit: leicht. Dauer: 1 bis 2 Stunden hin und zurück.
Ella Rock, Ella
Ella Rock ist eine der bekanntesten Wanderungen Sri Lankas und bietet einen unvergleichlichen Blick über das Badulla-Tal und die Hochlandhügel. Mit einer Rundstrecke von rund 12 Kilometern und einem Höhenunterschied von etwa 600 Metern dauert die Tour 3 bis 4 Stunden. Der Einstieg erfolgt am Bahnhof von Ella: links abbiegen, den Gleisen nach Süden folgen, dann durch eine Teeplantage aufwärts in den Wald. Die Route ist nicht immer eindeutig markiert, weshalb ein Guide empfehlenswert ist. Kurz vor dem Gipfel gibt es eine kleine Mautstelle. Die beste Jahreszeit ist die Trockenzeit von Januar bis April. Eintritt: ca. 950 LKR. Schwierigkeit: mittel. Dauer: 3 bis 4 Stunden.
Adam’s Peak, Dalhousie
Sri Pada, besser bekannt als Adam’s Peak, ist seit über tausend Jahren ein Pilgerziel. Der heilige Fußabdruck am Gipfel wird von Buddhisten, Hindus, Muslimen und Christen gleichermaßen verehrt. Die Wanderung wird traditionell nachts begonnen, meist gegen 2.30 Uhr, um den Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu erleben. Der gut markierte Weg ist auch im Dunkeln gut zu begehen, da er beleuchtet ist und unterwegs Stände mit Getränken und Snacks warten. Die Strecke besteht fast ausschließlich aus Stufen unterschiedlicher Höhe und ist körperlich fordernd. Für den Abstieg braucht man mindestens genauso viel Kraft wie für den Aufstieg. Insgesamt sollte man 6 Stunden einplanen. Eintritt: kostenlos. Schwierigkeit: mittel bis schwer. Dauer: 6 Stunden hin und zurück.
Hanthana Mountain, Kandy
Wer Kandy besucht und Lust auf eine Wanderung abseits der Tempel hat, sollte den Hanthana Mountain ins Auge fassen. Es gibt mehrere Routen: Eine einfachere beginnt beim Ceylon Tea Museum und ist ohne Guide machbar. Die anspruchsvollere 7-Kilometer-Variante führt durch dichtes Dschungelgelände, Teeplantagen und duftende Zitronengrasfelder und erfordert ortskundige Begleitung. Beide Routen enden mit einem steilen Schlussanstieg zum Gipfel mit Blick auf den Katusu-Konda-Kamm und die Stadt Kandy im Tal. Hinweis: Blutegel sind auf diesem Trail ein echtes Thema; hohe Socken und Insektenschutz sind Pflicht. Beste Wanderzeit: Dezember bis März. Eintritt: kostenlos. Schwierigkeit: mittel. Dauer: 3 bis 4 Stunden.
Duwili Ella, Knuckles Mountain Range
Die Wanderung zu den Duwili-Ella-Wasserfällen im Knuckles-Gebirge ist für viele die schönste Wanderung ganz Sri Lankas. Drei beeindruckende Wasserfälle, darunter ein natürlicher Infinity-Pool mit Blick über den Dschungel, warten am Ende eines langen Wegs durch unberührte Natur. Die Strecke beträgt rund 16 Kilometer (einfache Richtung) und wird typischerweise über zwei Tage mit einer Übernachtung hinter dem dritten Wasserfall gemacht. Das Gelände ist steil, rutschig und sehr feucht. Mehrere Flussquerungen ohne Markierung machen einen erfahrenen Guide zur absoluten Notwendigkeit. Nur für geübte Wanderer. Eintritt: ca. 800 LKR. Schwierigkeit: schwer. Dauer: 2 Tage.
Pidurangala Rock, Sigiriya
Pidurangala Rock liegt direkt neben dem berühmten Löwenfelsen von Sigiriya und bietet etwas, was Sigiriya selbst nicht kann: einen freien Blick auf den Löwenfelsen. Der Aufstieg dauert 30 bis 45 Minuten und ist moderat, wird aber im letzten Abschnitt steinig und erfordert etwas Klettern. Flip-Flops sind keine gute Idee. Wer zum Sonnenaufgang kommt, erlebt einen der schönsten Momente, die Sri Lanka zu bieten hat. Den Weg beleuchten keine Lichter; eine Taschenlampe oder das Handylicht reicht aber aus. Wasser und Mückenschutz mitnehmen; auf dem Trail gibt es nichts zu kaufen. Eintritt: 1.000 LKR. Schwierigkeit: mittel. Dauer: 1 Stunde hin und zurück.
Fazit
Sri Lanka überrascht als Wanderziel auf ganzer Linie. Egal ob kurzer Aufstieg bei Sonnenaufgang oder mehrtägiges Trekking durch unberührten Dschungel, die Insel hat für jeden etwas dabei. Wer diese Wandererlebnisse in eine individuell geplante Reise einbauen möchte, findet bei Mai Globe Travels, einem auf Asienreisen spezialisierten lokalen Reisebüro, einen erfahrenen Partner, der maßgeschneiderte Routen für jeden Reisestil zusammenstellt.