Ganzjährig mildes Klima, vereinfachtes Reisen und gute Infrastruktur locken viele digitale Nomaden auf die Kanaren. Doch nicht überall ist die Internet-Infrastruktur besonders gut ausgebaut. Welche Regionen sich für Online-Arbeitende eignen und was es sonst noch zu beachten gibt, zeigt dieser Artikel.
Vorsicht bei digitalen Länderüberschreitungen
Digitale Nomaden bewegen sich nicht nur räumlich, sondern auch digital in verschiedenen Ländern bzw. Netzwerken. Diese Freiheit birgt auch einige Risiken, etwa durch die Nutzung öffentlicher und fremder WLAN-Netzwerke. Ursächlich dafür sind unterschiedliche Datenschutz- und Sicherheitsstandards. Damit wächst die Bedrohung durch Phishing, Account-Übernahmen und unbemerkten Zugriffen.
Eine Wiederverwendung von Passwörtern erhöht das Risiko massiv. Zudem sind lokale Passwort-Notizen oder Browser-Speicher unsicher. Die Lösung könnte ein Passwort Manager sein. Er schafft Abhilfe, indem er Zugangsdaten zentral, verschlüsselt und übersichtlich verwaltet. Damit können für jeden Dienst individuelle, starke Passwörter genutzt werden, ohne dass sich der Nutzer diese merken muss.
Gute Regionen für digitales Arbeiten auf den Kanaren
Teneriffa, die größte Insel der Kanaren, ist aufgrund ihrer Infrastruktur besonders geeignet für digitale Arbeiten. Hier gibt es nicht nur eine zuverlässige Internetverbindung, sondern auch zahlreiche Co-Working-Spaces, eine internationale Community und eine gute medizinische Versorgung. Auch für die Freizeit hat Teneriffa viel zu bieten, wenn man einmal eine Pause von der Bildschirmarbeit benötigt. Im Palmenpark lässt sich etwa auf den zwölf Hektar beim Spaziergang oder an einem der zahlreichen Strände entspannen.
Auch Gran Canaria ist bei digitalen Nomaden sehr beliebt. Zu den Vorteilen der Insel gehören das stabile Internet, die günstigen Flugverbindungen sowie das urbane Umfeld mit Strand. In den letzten Monaten ist die Co-Working-Szene außerdem enorm gewachsen. So bietet sich die Möglichkeit, auch mit anderen digitalen Arbeitern ins Gespräch zu kommen und womöglich neue Geschäftsverbindungen zu knüpfen.
Wer es etwas ruhiger für seine Arbeiten mag, kann sich auf Lanzarote zurückziehen. Die Insel ist ruhiger als Teneriffa und Gran Canaria. Hier geht alles etwas „normaler“ zu. Doch die Internetverbindung ist gut, zumindest in den Städten. In den ländlichen Regionen hingegen sollte man zusätzliche Vorkehrungen treffen, da Festnetzanschlüsse nicht überall zuverlässig verfügbar sind. Empfehlenswert ist hier in jedem Fall eine mobile Internetlösung, etwa über eine lokale SIM-Karte mit ausreichend Datenvolumen oder einen mobilen LTE-/5G-Router.
Rechtlich und Steuern
Die europäische Freizügigkeit für digital Arbeitende es nicht unbegrenzt, wenn es um das Thema steuern geht. EU-Bürger dürfen sich zwar frei auf den Kanaren aufhalten, allerdings gilt ab einem Aufenthalt von 183 Tagen eine Steuerpflicht in Spanien. Als Grundlage dient das weltweit erzielte Einkommen.
Wer nur kurzfristig auf den Kanaren arbeitet, etwa einige Wochen oder wenige Monate, bleibt meist im Heimatland steuerpflichtig. Kommt es dennoch dazu, dass die Steuerpflicht in Spanien greift, sollten digitale Nomaden unbedingt alle Ausgaben geltend machen. Je mehr, desto besser. So reduziert sich die Steuerlast nämlich.
Zu absetzbaren Betriebsausgaben gehören nach spanischen Recht ebenfalls Internetkosten, Telefonkosten, Co-Working-Gebühren sowie Arbeitsmittel. Voraussetzung dafür ist jedoch die ordnungsgemäße Anmeldung als Selbstständige (Alta como autónomo) sowie eine nachweisbare Buchführung. Digitale Nomaden müssen auch eine spanische Steuernummer (NIE/NIF) haben und ihre Rechnungen auf den eigenen Namen ausstellen.