Pilze sammeln in Schweden

Schwedens Natur ist insbesondere im Spätsommer ein Traum für jeden Pilzesammler. Die scheinbar unberührte Natur, verbunden mit der klaren Luft lassen jede Wanderung durch die Wälder Schwedens zu einem Highlight werden. Und ganz nebenbei wird man jede Menge Pilze finden.  Selbstgesammlte Pilze welche Abends am Lagerfeuer eigenhändig zubereitet werden, schmecken eben doch a besten. Aber welche essbaren Pilze können in Schwedens Wälder gefunden werden?

Pfifferling

-Hut Blassgelb bis goldgelb, nicht organgebraun, nicht ablösbare Lamellen, wächst auf Erde, nicht auf Holz

Den Echten Pfifferling, Eierschwamm oder Rehling findet man meißt in Mischwäldern, vom Sommer bis Spätherbst. Bei unserer Tour durch Schweden haben wir den Pfifferling fast überall finden können. Doch Vorsicht ist geboten mit dem verwechslungsähnlichen falschen Pfifferling. Der falsche Pfifferling hat ablösbare, orange bis blassgelbe Lamellen. Schneidet man diesen Pilz an hat er durchgehend oranges bis gelbliches Fleisch während der echte Pfifferling weißes Fleisch mit gelben Rand besitzt. Sollte er trotzdem mal ins Essen gelangen ist dieser schwer verdaulich und kann bei großen Mengen zu Übelkeit und Verdauungsproblemen führen. Der falsche Pfifferling schmeckt mild, die anderen echten Pfifferlingsarten hingegen pfefferig-scharf.

Steinpilz

-Brauner Hut, weiße bis olivgelb-güne Röhren, weißes Stielnetz, keine Blaufärbung, niemals bitter

Als einer von wenigen Speisepilzen, die sogar roh essbar sind, findet man den Steinpilz in Laub und Nadelwäldern gern an Waldränden und lichten Stellen.  Besonders häugiges Vorkommen ist im Sommer bis zum Spätherbst gegeben. Verwechslungsgefahr besteht mit dem Gallen-Röhrling. Der sehr ähnliche ungenießbare Gallen-Röhrling ist so bitter, dass ein einzelner Pilz die gesamte Mahlzeit verderben kann. Es ist an seinem braunen Stielnetz erkennbar. Bricht man ein Stück vom Hut ab und leckt daran, schmeckt er sofort bitter. In größeren Mengen sind Magen- und Darmbeschwerden möglich.

Maronen-Röhrling

-brauner Hut, gelbe bis olivfarbene Röhren, kein Stielnetz, Stiel längs braun gemasert, im Alter bei Anschnitt blauend

Der Maronen-Röhrling, auch Marone genannt, wird meist in Nadel und Mischwäldern gefunden, seltener im Laubwald.  Der Maronen Röhrling ist sehr variable in seiner Form – von Schlankstielig bis dickbauchig. Vor dem Verzehr sollte der Maronen Röhrling mind. 15 Minuten erhitzt werden. ACHTUNG: Der Maronenröhrling wird gern vom giftigen Goldschimmel befallen – Er bildet im Anfangsstadium einen weißen, im Reifezustand dann leuchtend gelben Überzug. Der Befall beginnt meist an der Stielbasis – hier sind die Feuchtigkeitsverhältnisse für den Start optimal – oder an den Poren bzw. Röhren und breitet sich dann über den Stiel und den gesamten Fruchtkörper aus. Das Fleisch darunter zeigt schnell Zersetzungserscheinungen, fühlt sich weich an und läßt sich zwischen den Fingern leicht zerdrücken.

Rotkappe

-ziegelroter Hut, schwamm ähnliche Röhren

Rotkappen sind äußerlich nur schwer voneinander zu unterscheiden. Es sind Mykorrhizapilze, d. h. sie gehen eine enge Gemeinschaft mit bestimmten Bäumen ein. So gibt es z.B. Espen-Rotkappen, Eichen-Rotkappen, Birkenrotkappen, Nadelwald-Rotkappen und noch einige mehr. Typisch ist, wie der Name schon verrät, der ziegelrote Hut. Rotkappen sollten mind. 15 Minuten vor dem Verzehr erhitzt werden. Beim Kochen wird sich das Fleisch schwarz verfärben. Diese Verfärbung ist aber kein Anzeichen, dass der Pilz verdorben oder gar giftig ist! Wer dem aus ästhetischen Gründen entgegenwirken möchte, kann die Pilze nach dem Schneiden in Zitronensaft (Essig) einlegen.

Anisegerling

-riecht nach Anis, Ring gern sternförmig, keine weisen Lamellen

Der Anisegegerling ist wegen der Dickfleischigkeit ein sehr beliebter Speisepilz. Anhand seines Anisgeruches ist er gut erkennbar. Finden kann man ihn vom Frühling bis zum Herbst an meißt an grasigen Waldrändern und Lichtungen z.B. auf Wiesen, Weiden und Gärten. Selten findet man ihn jedochdirekt im Wald. Verwechslungsgefahr: Der giftige Karbolegerling riecht nicht nach Anis sondern wie der Name schon verrät nach Kabol. Seine Stielbasis verfärbt sich beim Anschnitt chromgelb. Ausserdem besteht eine Verwechslungsgefahr mit Knollenblätterpilzen, diese haben immer weiße Lamellen. Eine Verwechslung kann tödlich enden!

Foto von H. Krisp  [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Parasol

-hellbraune schuppige huthaut mit hangengendem Rand, hohler Schlanker Stiel an den sich ein lederartiger verschiebbarer Ring befindet

Pilzfreunde finden den essbaren Parasolpilz , auch Riesenschirmling genannt, im Zeitraum zwischen Juli und Oktober. Er wächst sowohl in Laub- als auch in Nadelwäldern, dort bevorzugt an Wegrändern, Lichtungen und Wiesen. Der Parasolpilz gilt als größter Blätterpilz Europas, sein Stiel kann bis zu 50cm hoch werden, sein Hut einen Durchmesser von 40cm erreichen.Verwechslungsgefahr besteht mit dem Safranschirmling, dieser ist aber ebenso essbar. Vorsicht ist jedoch geboten vor dem ähnlichen Gift-Riesenschirmling. Dieser Pilz löst schwere Magen-Darm Störungen aus. Kleine Schirmlinge sollten ebenso gemieden werden, da viele ähnliche tödliche Arten in dieser Klasse existieren, z.B. der Haselbrauner Schirmling oder der Fuchsbräunlicher Schirmling (beide hochgradig giftig).

Glucke

-anfangs weißlicher später gelblicher, schwammartiger Fruchtkörper, wächst am Wurzelgeflecht eines Baumes

Glucken findet man vom Sommer bis zum späten Herbst häufig an dem Wurzelgeflecht von Kiefern. Der Strunk sollte allerdings nicht verzerrt werden. Dieser kann zu Übelkeit bis hin zum Erbrechen führen. Verwechslungsgefahr besteht mit der breitblättrigen Glucke, welche nur mit besonderer Zubereitung genießbar ist.

Birkenpilz

-Grau-/gelbbrauner Hut, grauweisliches Fleisch, weiße Röhren, weißer Stiel mit schwarzbraunen Schuppen

Wie der Name erahnen lässt handelt es sich um einen Symbiosepilz. Er ist also nur in Birken-Nähe zu finden. Ab Sommer bis Spätherbst stehen die Chancen gut in Schweden den Birkenpilz zu finden. Als junges Exemplar ist er durchaus als Mischpilz zu gebrauchen im Alter wird er jedoch meist so schwammig das er unbrauchbar wird. Verwechslungsgefahr: Vielfarbiger Birkenpilz, Hainbuchen Röhrling – beides ebenfalls hervorragende Speisepilze, leider haben wir diese noch nicht persönlich in Schweden finden können.

Drehe Pilze nicht aus dem Boden heraus, sondern schneide Sie mit einem scharfen Messer ab! Andernfalls zerstörst du das Pilzmyzel! Außerdem solltest du beim Pilze sammeln lange Kleidung tragen zum besseren Schutz vor Zecken.

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By | 2017-07-26T21:53:50+00:00 12. Aug 2017|

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