Seekrankheit - Genug vom Meer

Wer glaubt, man sei lediglich die ersten Tage zu Wasser seekrank und für den Rest des Törns nicht mehr, der irrt. Aber gewaltig. Die Seekrankheit erwischt den einen mehr, den anderen weniger. Mich mehr. Deshalb kann ich aus Erfahrungen sprechen und sagen, dass ich ganze 12 Tage über der Reling hing. Dann schwand der Wind und mit ihm die Seekrankheit. Als wir dann ganze zwei Wochen später wieder Wind in den Segeln hatten, kam auch die Seekrankheit wieder um Guten Tag zu sagen.
„No worries“, sagten mir die alten Seemänner noch im Hafen. Die Übelkeit würde ganz gewiss nicht länger als drei Tage andauern und dann für immer verschwinden. …Hmm, denkste!

Seekrankheit – was ist das eigentlich?

Die Seekrankheit ist leider keine Einbildung, sondern eine Reisekrankheit, die einem Seehungrigen ganz schön den Appetit verderben kann. Ausgelöst wird sie durch den gestörten Gleichgewichtssinn, der auf dem Wasser schon mal aus dem Ruder geraten kann.

Symptome – Zum kotzen!

Müdigkeit, Übelkeit, Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrasen, Blässe, Schweißausbrüche, erhöhte Kälteempfindlichkeit, Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Apathie und ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis sind die Hauptsymptome. Letzteres kann angesichts des ständig schwankenden Gefährts recht schwierig zu stillen werden.
Das ganze bahnt sich so langsam an. Erst rumpelt es nur ein wenig im Magen, dann dröhnt dazu der Kopf und mit einem Mal hängst du plötzlich in den Seilen. Du kotzt dir buchstäblich die Seele aus dem Hals.

Seekrank: Helena füttert die Möwen

Auf dem Weg der Besserung

Der ganze Teufelskreis zieht sich, je nach Sensibilität gute drei bis fünf Tage hin. Dann wird es langsam besser. Ein kurzes Aufatmen und du fühlst dich schon siegessicher auf dem Wege der Besserung, bis das Ganze wieder von vorn losgeht. Na gut, es soll ja auch Ausnahmen geben. Vielleicht seid ihr nach drei Tagen auch schon über den Berg. Je nach Törn bleibtst du eventuell gänzlich davon verschont, wenn sich dein Gleichgewichtssinn rasch an das Schwanken gewöhnen kann.
Wichtig: Versuche trotz Übelkeit und Appetitlosigkeit wenigstens eine Kleinigkeit zu essen und viel zu trinken!

Helena steuert das Segelschiff

Kann ich der Seekrankheit irgendwie vorbeugen?

Aber ja! Unsere Crew bereitete sich eine ganze Woche vor. Prävention ist schließlich alles!

  • Möglichst viel Schlaf,
  • viele frische Vitamine,
  • möglichst keinen Alkohol und
  • einen Abend vor dem großen Segelhissen mit Reisetabletten
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    , Reisekaugummi
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    oder Reisepflastern (z.B. Scopoderm) beginnen.

Damit sollte jeder Seemann gut gerüstet sein!
Unser Problem war nur, dass wir am angekündigten Abfahrtsdatum längst nicht den Anker lichteten, stattdessen irgendwo vor einer kleinen unbewohnten Insel einen Sturm abwarteten. Als wir dann endlich nach einer Woche in See stachen, waren sämtliche Vorräte für die Seekrankheit aufgebraucht. Ihr ahnt, was dann geschah…

Was hilft und was hilft wirklich?

Hat´s einen nun mal erwischt, hilft auch kein Jammern! Bewahre und mobilisiere deine letzten Kräfte und Energiereserven, denn die Stimmung an Bord ist auf so begrenztem Raum schnell ansteckend. Hier lobe ich mir meinen Freund, den noch so heftige Stürme nicht aus der Fassung bringen können und er immer noch ein Liedchen trällern kann.

  • Gute Laune wirkt in dieser Situation wirklich Wunder.
  • Reisekaugummi und Reisetabletten– so lange der Vorrat reicht!
  • Reisepflaster: Meine absolute Nummer 1: Ihr klebt euch das runde Pflaster (am besten einen Abend vor Reisebeginn!) auf das Gleichgewichtsorgan, direkt hinter dem Ohr. Die Wirkung hält drei Tage an. Es ist das einzige Mittel, was mir wirklich 100% geholfen hat, von da an, ging es bergauf.
  • Akupressur: auf dem Innenunterarm, ca. fünf cm von eurer Hand entfernt. Angeblich soll dieser Druckpunkt nach fünf Minuten die Übelkeit und Müdigkeit lindern.
  • Richtet euren Blick zum Horizont! So stimmt der visuelle Eindruck mit der gefühlten Bewegung des Schiffes überein.
  • Belladonna und Antihistamin-Präparate
  • Frische Luft! Verkriecht euch nicht in euren Koje, sondern bleibt draußen an Deck. In der Mitte des Schiffes lässt es sich am besten aushalten, Unterdeck wirkt sich die Seekrankheit erfahrungsgemäß schlechter aus
  • Fischer Ingwer: als Tee oder kaut einfach auf der Knolle herum.
  • Die Hoffnung stirbt zuletzt: Bei den meisten Menschen gewöhnt sich der Körper bereits nach einigen Tagen an die Seekrankheit. Bei mir leider nicht.
Seekrank: Was hillft wirklich?

„Das sicherste Mittel gegen Seekrankheit: Sich unter einen Apfelbaum legen.“

                                        Horatio Nelson

Und was hilft dir bei der Seekrankheit?

Verrate uns was dir bei der Seekrankheit geholfen hat. Hast du zusätzliche Tipps und Tricks zur Vorbeugung? Alles rein damit in den Kommentarbereich.
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