Gibt es den Nikolaus in Australien?Es ist der 6. Dezember. Die Schuhe wurden natürlich am Vorabend fleißig geputzt und vor die Tür gestellt. Wie üblich, werden diese in der Nacht zum 6. Dezember von dem Nikolaus gefüllt…. Dachten wir. Umso größer war unser Entsetzen am heutigen Morgen: Unsere mühevoll geputzten Schuhe waren leer! Was war da los? Gibt es den Nikolaus in Australien nicht? Vielleicht ist es ihm einfach zu warm hier? Schließlich beginnt in Australien langsam der Sommer und die Temperaturen steigen schon jetzt auf über 40 Grad Celsius.

Wir erkundigten uns und fanden heraus, dass niemand hier in Australien diesen Nikolaus Brauch kennt. Die Gegenfrage woher dieser Brauch denn kommt, konnten wir allerdings auch nicht so recht beantworten. Daher schnell im Internet recherchiert und bei der Homepage der HanseMerkur folgende Erklärung gefunden:

Dieser Brauch zählt zu den bekanntesten rund um den heiligen Nikolaus und hat sich zirka Mitte des 16. Jahrhunderts etabliert. Drei Legenden des Nikolaus Der ursprüngliche Nikolaus und Namensgeber soll im 4. Jahrhundert im türkischen Myra gelebt haben und Bischof gewesen sein.

Der für seine Barmherzigkeit bekannte Mann hatte ein großes Herz für Kinder und Arme und schenkte ihnen alles, was er besaß. Wenn das nicht reichte, bettelte er. Später wurde er heilig gesprochen und erlangte in Europa von allen Heiligen den größten Bekanntheitsgrad. Gestorben ist er eines natürlichen Todes an einem 06. Dezember. Deswegen wird jedes Jahr an diesem Tag der Nikolaustag gefeiert.

Nach einer Legende aus dem 9. Jahrhundert bewahrte der heilige Nikolaus drei arme Mädchen vor der Prostitution. Sie waren die Töchter eines gottesfürchtigen, bettelarmen Mannes. Weil der nichts besaß, konnte er ihnen keine Aussteuer geben. Er sah keinen anderen Ausweg, als sie zu Liebesdiensten auf die Straße zu schicken. Um der Familie zu helfen, warf der heilige Nikolaus drei Klumpen Gold durch den Kamin. Diese fielen direkt in die dort zum Trocknen aufgehängten Socken. Daher soll der Brauch stammen, Socken oder Schuhe am 06. Dezember vor die Tür zu legen oder zu stellen, damit der Nikolaus sie heimlich füllen kann.

Nach einer anderen Legende rettete der heilige Nikolaus die Stadt Myra vor einer Hungersnot. Seeräuber hatten sämtliche Getreideschiffe gekapert und forderten Lösegeld. Weil die Stadt die geforderte Summe nicht zahlen konnte, verlangten die Seeräuber die Kinder als Sklaven. Nikolaus opferte den Schatz der Kirche und kaufte damit die Schiffe zurück.

Auch in dieser Legende kann der Brauch, dass der Nikolaus Geschenke bringt, begründet sein. Nach ersten Belegen des Brauches bastelten die Kinder ein Nikolaus-Schiffchen (in Anlehnung an die gekaperten Schiffe von Myra), auf dass diese mit Gaben gefüllt würden. Erst später wurden diese Schiffchen durch den Stiefel oder Strumpf ersetzt. Dieser Brauch des „Schiffchensetzens“ soll seit dem 16. Jahrhundert bekannt sein. Schließlich war Nikolaus nicht nur ein Freund der Kinder, sondern auch Patron der Schiffer. Nicht umsonst gibt es in vielen Hafenstädten Sankt-Nikolaus-Kirchen. Nach den ersten Belegen für den noch heute bekannten Nikolaus-Brauch brachte der Heilige den Kindern früher Nüsse, Dörrobst, aber auch Kleidung oder andere wichtige Dinge für das Leben. In einem alten Vers heißt es: „Sankt Nikolaus, leg mir ein, was dein guter Wille mag sein. Apfel, Nuss und Mandelkerne essen alle Kinder gerne.“

Quelle: http://www.hansemerkur.de/service/newsletter/1209/nikolaus

So wurden wir heute also doch beschenkt – mit zusätzlichem Wissen :-/  Schade, dass dieser schöner Brauch wohl nur in Europa Tradition ist…!