Fallschirm springen in Neuseeland

Spring doch! Oder lieber doch nicht?

Sich aus schwindelergreifender Höhe aus einem Flugzeug zu stürzen und dabei zu hoffen, dass man möglichst lebendig am Boden ankommt – eine komische Vorstellung. Welche Menschen kommen eigentlich auf solch eine Idee? –Hmm, wir zum Beispiel.

Der Traum vom Fallschirmspringen

Helena und ich hatten bereits im Vorfeld mit dem Gedanken gespielt, einmal während unserer großen Reise Fallschirm zu springen. Selbst der Gedanke daran hat mir ein wenig die Knie zittern lassen. Noch schlimmer wurde es, als wir in Neuseeland die Sache schließlich konkret in die Hand nahmen. Aber warum hier in Neuseeland?

Fallschirm springen in Neuseeland

Fallschirm springen ist gewiss nichts Alltägliches. Vermutlich macht man einen Fallschirmsprung nur ein einziges Mal in seinem Leben. Ein einzigartiges Abenteuer, welches wir ehrenvoll genießen wollen. Neuseeland bietet dir neben dem Nervenkitzel eines Fallschirmsprungs ebenso einen integrierten kurzen Rundflug über eine sagenhafte Berg-, Fjord-, Vulkan-, oder Seenlandschaft. Traumhaft schön wird dies sein. Drei Dinge in einem:

  • ein Rundflug
  • ein Fallschirmsprung
  • ein Gleitschirmflug

-So versuchen wir uns zumindest den Preis für solch ein Abenteuer schön zu reden.

Was kostet ein Fallschirmsprung?

Uns kostetet der Sprung 300NZD pro Person. Für den smarten Backpacker eine ordentliche Summe. Dazu kommt noch die Videoaufnahme die zusätzlich 150NZD beansprucht. Wer will diese Erfahrung nicht in Bild und Ton festhalten? Insgesamt sind wir also bei 450NZD pro Person. Erneut zittern mir die Knie. Sind diese relativ hohen Kosten den kurzen Spaß wert?

Glück oder Unglück?

Wir buchen unseren Fallschirmsprung in einer der unzähligen Tourismusinformationsstellen in Neuseeland. Die einzigen freien Plätze sind am Freitag. Am Freitag den 13.
So fordern wir unser Schicksal heraus.
Es ist Freitagmorgen. Um 9 Uhr geht es los. So ist der Plan. Vor Ort wird uns mitgeteilt, dass es die Wetterbedingungen momentan nicht zu lassen zu springen. Hui, nochmal gut gegangen. Wenn ich es mir recht überlege, will ich gar nicht mehr springen. Das passt schon so, denke ich mir insgeheim, als meine Gedanken vom freundlichen Fallschirmsprung-Mitarbeiter unterbrochen werden. Wir sollen am Mittag noch einmal vorbeikommen. Eventuell würde es dann zu klappen.
Ich versuche zu lächeln, vergeblich.
Wir überbrücken die Zeit und stärken uns erst einmal mit einem richtig guten Burger. Eventuell keine gute Idee vor so einem Sprung. Doch meine Hoffnung ist groß, dass es zu diesem Sprung gar nicht kommen wird. Mittags erreichen wir erneut das Fallschirmsprungcamp. Die Sonne scheint, der Wind hat sich gelegt und so steht unserem Flug nicht mehr im Wege! Meine große Hoffnung wandelt sich in große Nervosität.

Augen zu und durch

Okay Tobias, du bist ein Mann. Helena wirkt während dessen ganz entspannt. Hat sie wirklich keine Angst oder tut sie nur so cool? Egal, ich muss cooler wirken. Nach einem kurzen Briefing steht fest, Helena und ich werden die ersten Springer des Tages sein. Immerhin hat man es so schnell hinter sich, rede ich mir die brennzliche Situation schön. Wir ziehen unsere Fallschirmanzüge über, knoten noch einmal unserer Schuhe fest und schon geht es Richtung Flugzeug. In diesem ist gerade mal Platz für drei, eng aneinander gekuschelte Tandemsprung-Pärchen. Was Helena nicht ahnt, wer als letztes in das Flugzeug einsteigt, muss als erstes wieder hinaus.

Flieger grüß mir die Sonne

Die Tür schließt sich hinter Helena und die Motoren starten. Es ist laut, sehr laut. Die Vibration der Rotorblätter überträgt sich auf meinen ganzen Körper. Oder bin ich es, der so zittert? Wir heben langsam ab. In großen Kreisen steigen wir höher und höher. Hier oben ist es wahrhaftig wunderschön. Der Ausblick ist traumhaft. Für einen kurzen Augenblick vergesse ich meine Nervosität. Über den Wolken wirkt alles so friedlich. Immer höher geht es hinauf. Wir sehen die schneebedeckten Bergspitzen unter den Wolken schon längst nicht mehr. Nun ist es so weit. Wir sind auf 3600 Metern Höhe. Zeit zum Auszusteigen.

Notausgang

Es öffnet sich die Flugzeugtür. Helena blickt noch einmal zu mir. Alles geht viel zu schnell. Auf einmal fliegt sie auch schon davon. Hoffentlich geht alles gut. Ein wenig Leid, tut sie mir jetzt schon, dass sie die erste sein muss. Im nächsten Augenblick, sitze ich bereits an der Kante zur Welt. Meine Beine baumeln in der Luft. Unter mir sind 3600 Meter Luft und knallharte Erde. Ich hoffe, diese nicht allzu schnell zu erreichen. Meinen Kopf lege ich auf die Schultern des Tandem-Piloten und schaue in den blauen Himmel. Und auf einmal fliege ich auch ich. Weder Bauchkribbeln, noch Nervosität verspüre ich dabei. Ich fühle mich frei von allem. Es ist ein grandioses Gefühl. Weder Angst, noch Übelkeit kommen in mir hoch. Wow, es fühlt sich so an, als würde man bei 200km/h seinen Kopf aus dem Autofenster halten, dennoch fällt mir das Atmen nicht schwer. Der freie Fall, es könnte ewig so weitergehen.

Fallschirm öffne dich

Nach 30 Sekunden des freien Falls, die mir persönlich viel länger vorkommen, öffnet sich der rettende Fallschirm. Mein Erster Blick sucht einen zweiten Fallschirm. Unter mir sehe ich, dass auch Helena es geschafft hat. Alle Anspannungen fallen von mir ab.
So gleiten wir langsam der Erde entgegen und genießen die Aussicht auf die wunderbare Landschaft Neuseelands.

Ende gut alles gut

Trotz Freitag den 13. haben wir es überlebt. Wir landen ganz geschmeidig aber haben immer noch jede Menge Adrenalin im Blut. Geschafft. Wow, das war Action. Das war Abenteuer, das war Nervenkitzel! Ein Fallschirmsprung ist etwas, dass jeder Abenteuer-Begeisterte einmal im Leben erleben sollte. Es hat sich definitiv gelohnt! Und dank des kostspieligen Videos lassen sich die Gefühle im Nachhinein noch einmal aufleben lassen. Ein atemberaubendes Abenteuer, welches definitiv das Geld wert war!

Das Video zum Abenteuer

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